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Stuttgarter Schulpolitik

1.Februar 2013

Es ist sehr interessant zu beobachten, wie in Stuttgart Schulpolitik betrieben wird. Kaum wurden die Werkrealschulen eingeführt, schwenkt die Schulpolitik um und schafft selbige wieder ab. Nach dem GrünRot sich entschieden hat, die Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung aufzuheben, sehen viele Eltern ihre Zöglinge als Superkinder an und schicken sie aufs Gymnasium oder die Realschule. Dort bersten die Klassenzimmer, ein ordentliches Lernen ist für Schüler kaum mehr möglich, ein ordentliches Lehren für die Lehrerschaft auch nicht. Leiden unter der Situation müssen die Werkrealschulen. Die früheren Hauptschulen bangen um Fünftklässler, manche erreichen das Eingangsziel nicht und müssen die Wohnortsnähe aufgeben, schicken künftige Schüler weiters weg, an eine andere Schule. Warum ist das so? Wissen die Eltern, was hinter der Werkrealschule steckt? Die Erfahrung zeigt: NEIN.  Viele sind nach wie vor der Meinung, es handelt sich um eine Hauptschule an die man bei guter Leistung ein 10.Schuljahr anhängen kann um dann evtl. die Realschulprüfung zu meistern. Leider ist diese Einschätzung falsch. Die heutige Werkrealschulen sind als 6jähriger Schulzug aufgebaut und schließen mit der Mittleren Reife ab. Für schwächere Schüler besteht die Möglichkeit, nach der Neunten Klasse die Hauptschulprüfung zu absolvieren. Erstrangiges Ziel ist, kein Schüler soll die Schule ohne Abschluss verlassen. Dies ist ein vernünftiges Ziel! Anscheinden ist es in der heutigen Zeit nicht mehr angebracht, seinen Kinden die für sie am geeignetste Schulausbildung zukommen zu lassen, nein, Hauptsache das Kind macht einen hohen Abschluss, damit es im Leben eine Chance hat.

Seltsames Denken – Eltern übertragen ihre negativen Berufserfahrungen direkt auf ihre Kinder und lassen diese es spüren, anstatt sich mit seinen Kindern und ihren Fähigkeiten auseinanderzusetzen. Das tagtägliche Bild an unseren Schulen zeigt – unsere Kinder sind nicht alles Superhirne, das soll auch gar nicht so sein und wäre auch völlig unrealistisch.

In Stuttgart hat man sich nun entschieden, der GrünRoten Regierung zu folgen. Die Eltern entscheiden sich für Gymnasien und Realschulen, also schaffen wir den Rest nahezu ab. Da kommt dann das nächste GrünRote Projekt ins Spiel -die Gemeinschaftsschule. Künftig soll es nur noch selbige geben. Was Gemeinschaftsschulen leisten sollen steht noch nicht fest – die Bildungspläne hierfür werden erst erarbeitet – frühestens 2015 sollen sie fertig sein, bis dahin dürfen die bereits genehmigten Schulen schauen, wie sie sich ein Konzept erarbeiten.

Stuttgarter Schulpolitik? Wer weiß was denen nächstes Jahr einfällt, vielleicht die Stuttgarter Schule oder die Allgemeinschule.

Die nächsten PISA Ergebnisse werfen ihre Schatten voraus – es besteht immer die Chance, noch schlechter zu werden.

MichelFreiMönch 012013

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