Archive for the ‘Bildung’ Category

Weg mit dem Kreidestaub in unseren Schulklassen! Für die Beste Bildung der Welt!

7.Januar 2015

Mal ehrlich – wann waren Sie zuletzt in Ihrer ehemaligen Schule? Schon lange her?

Dann besuchen Sie doch einmal wieder Ihre Schule und berichten mir im Anschluß daran Ihre Eindrücke.

Ich bin regelmäßig in 2 Schulen unterwegs, einmal die Grundschule meines Jüngsten und einmal die Schule meines großen Sohnes. Seine Schule nannte sich in den 70er Jahren Gesamtschule und war ein Versuch, Hauptschule, Realschule und Gymnasium unter einem Dach unterzubringen, ein gemeinsames Kollegium mit einer Gesamtschulleitung zu haben.

Die Durchlässigkeit zwischen den Schularten sollte gefördert werden, Kindern nach ihren Bedürfnissen unterrichtet und ihrem jeweiligen Bedarf entsprechend unterrichtet werden. Das Projekt Gesamtschule wurde wieder beendet – die Schule wird seit dem als Schulverbund weiter geführt. Nach wie vor sind alle 3 Schularten vertreten, wobei aus der Hauptschule eine Werkrealschule wurde, mit dem Ziel nach 10 Jahren einen Abschluß der Mittleren Reife zu erzielen.

Jedes Mal wenn ich die Schule betrete, fühle ich mich in meine eigene Schule zurück versetzt. Die Klassenzimmer sehen exakt so aus wie damals. Jedes Klassenzimmer hat hauptsächlich eine große, grüne Schultafel. Es gibt weiterhin den Tafeldienst, die Kreide kratzt auch heute noch an der Tafel. In den Klassenzimmern hängen rundherum gebastelte und von Hand beschriebene Präsentationen. Die Schularbeiten werden noch häufig handschriftlich von der Lehrerin oder dem Lehrer erstellt und kopiert. Erweiterte Schulunterlagen werden ebenfalls als Kopien unseren Schülern ausgehändigt. Lehrer werfen nach wie vor Informationen wie Lichtbildprojektor (neudeutsch. Overhead-Projektor) an die Wand.

Tagtäglich schleppen unsere Mädchen und Jungs kiloweise Bücher und Hefte mit sich herum. Dies war zu meiner Schulzeit so, dies ist heute bei meinen Kindern so. Frage ich meine Eltern und Großeltern, berichten Sie mir nichts anderes, mit der Ausnahme, dass es damals keine Projektoren und Kopien gab.

Bewundern Sie, wie flink Ihre Kinder heutzutage Handys bzw. Smartphones bedienen können?

Eine Fähigkeit, die sie nicht in der Schule gelernt haben – dort lernen sie auch im Jahre 2015 an deutschen Schulen, wie man Aufgaben mit der Kreide in der Hand an der grünen Schultafel löst!

Im Jahre 2015 ist es an deutschen Schulen Standard, dass Präsentationen auf großen Pappkartonagen erstellt werden müssen.

2015 ist es Lehrern per Erlass versagt, mit ihren Schülern in sozialen Netzwerken zu kommunizieren!

2015 ist es Standard, dass 16 Bundesländer – 16 verschiedene Schulphilosophien haben. Ein Abitur in Hamburg ist auch 2015 weniger wert, als ein Abitur in München.

Der Einsatz von moderner Technik hat an Standardschulen in Deutschland noch keinen Einzug erhalten. Die Ausstattung von Laptop und Beamern für alle Lehrkräfte, das zur Verfügung stellen von Tablets für Schüler – all dies ist im Jahre 2015 ferne Zukunftsmusik.

Es wird Zeit, über ein modernes Schulsystem in Deutschland nachzudenken.                                                                         Es wird Zeit, sich als Eltern aktiv in die Schulpolitik einzumischen und qualitative Änderungen zu fordern.                                 Es wird Zeit, dass die immer weniger werdenden Kinder die beste Bildung der Welt erhalten!

Machen Sie mit. Mischen Sie sich ein. Packen Sie mit an.

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Stuttgarter Schulpolitik

1.Februar 2013

Es ist sehr interessant zu beobachten, wie in Stuttgart Schulpolitik betrieben wird. Kaum wurden die Werkrealschulen eingeführt, schwenkt die Schulpolitik um und schafft selbige wieder ab. Nach dem GrünRot sich entschieden hat, die Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung aufzuheben, sehen viele Eltern ihre Zöglinge als Superkinder an und schicken sie aufs Gymnasium oder die Realschule. Dort bersten die Klassenzimmer, ein ordentliches Lernen ist für Schüler kaum mehr möglich, ein ordentliches Lehren für die Lehrerschaft auch nicht. Leiden unter der Situation müssen die Werkrealschulen. Die früheren Hauptschulen bangen um Fünftklässler, manche erreichen das Eingangsziel nicht und müssen die Wohnortsnähe aufgeben, schicken künftige Schüler weiters weg, an eine andere Schule. Warum ist das so? Wissen die Eltern, was hinter der Werkrealschule steckt? Die Erfahrung zeigt: NEIN.  Viele sind nach wie vor der Meinung, es handelt sich um eine Hauptschule an die man bei guter Leistung ein 10.Schuljahr anhängen kann um dann evtl. die Realschulprüfung zu meistern. Leider ist diese Einschätzung falsch. Die heutige Werkrealschulen sind als 6jähriger Schulzug aufgebaut und schließen mit der Mittleren Reife ab. Für schwächere Schüler besteht die Möglichkeit, nach der Neunten Klasse die Hauptschulprüfung zu absolvieren. Erstrangiges Ziel ist, kein Schüler soll die Schule ohne Abschluss verlassen. Dies ist ein vernünftiges Ziel! Anscheinden ist es in der heutigen Zeit nicht mehr angebracht, seinen Kinden die für sie am geeignetste Schulausbildung zukommen zu lassen, nein, Hauptsache das Kind macht einen hohen Abschluss, damit es im Leben eine Chance hat.

Seltsames Denken – Eltern übertragen ihre negativen Berufserfahrungen direkt auf ihre Kinder und lassen diese es spüren, anstatt sich mit seinen Kindern und ihren Fähigkeiten auseinanderzusetzen. Das tagtägliche Bild an unseren Schulen zeigt – unsere Kinder sind nicht alles Superhirne, das soll auch gar nicht so sein und wäre auch völlig unrealistisch.

In Stuttgart hat man sich nun entschieden, der GrünRoten Regierung zu folgen. Die Eltern entscheiden sich für Gymnasien und Realschulen, also schaffen wir den Rest nahezu ab. Da kommt dann das nächste GrünRote Projekt ins Spiel -die Gemeinschaftsschule. Künftig soll es nur noch selbige geben. Was Gemeinschaftsschulen leisten sollen steht noch nicht fest – die Bildungspläne hierfür werden erst erarbeitet – frühestens 2015 sollen sie fertig sein, bis dahin dürfen die bereits genehmigten Schulen schauen, wie sie sich ein Konzept erarbeiten.

Stuttgarter Schulpolitik? Wer weiß was denen nächstes Jahr einfällt, vielleicht die Stuttgarter Schule oder die Allgemeinschule.

Die nächsten PISA Ergebnisse werfen ihre Schatten voraus – es besteht immer die Chance, noch schlechter zu werden.

MichelFreiMönch 012013